1. 14. KI im Studium

Es gibt eine Vielzahl von -Tools, die im Studium sehr nützlich sein können, etwa wenn es darum geht, Ideen und Forschungsthemen auszuarbeiten, Literatur zu recherchieren, wissenschaftliche Artikel zu verstehen oder zusammenzufassen, Quellen zu übersetzen, Interviews und Handschriften zu transkribieren oder Texte zu formulieren, neu zu strukturieren und zu verbessern. Die Nutzung von KI im Studium birgt allerdings auch einige Risiken, die es zu bedenken gilt.

Um KI-Tools im Studium zu nutzen, müssen die Richtlinien der eigenen Universität (siehe Böxli) und folgende Aspekte beachtet werden:

Begleitende Assistenz: KI-Tools sollten immer nur zur Unterstützung eingesetzt werden, nie zur Erstellung autonomer Inhalte. Zum einen gehören die verschiedenen Schritte des wissenschaftlichen Arbeitens zur Grundausbildung des Geschichtsstudiums und müssen daher geübt werden. Zum andern besteht die Gefahr, dass KI unzuverlässige und verzerrte Resultate liefert, Lücken durch Halluzinationen füllt und Quellen nicht ausweist. Die KI-Nutzung muss daher immer reflektiert und die generierten Ergebnisse kritisch hinterfragt werden.

Transparenz: Wenn in einer wissenschaftlichen Arbeit KI genutzt wird, muss der Umfang, der Zweck und das Modell ausgewiesen oder dokumentiert werden. Zu beachten sind hierzu die Regeln und Leitlinien der eigenen Universität, manche verlangen z.B. den Nachweis in einer Fussnote, andere im methodischen Teil oder im Anhang.

Datenschutz: Es dürfen keine urheberrechtlich geschützten, vertraulichen oder persönlichen Daten und Informationen zur Verarbeitung auf KI-Plattformen hochgeladen werden, wenn die Inhalte an externe Anbieter übertragen werden. Zu bedenken ist zudem, dass man bei vermeintlich kostenlosen KI-Tools mit den eigenen Daten bezahlt.

Urheberrecht: Es kommt vor, das KI-Tools in den generierten Ergebnissen Thesen, Forschungsergebnisse oder sogar wörtliche Teile aus anderen Texten wiedergeben, ohne Literatur oder Quellen auszuweisen. Bei der unkritischen Übernahme in die eigene Arbeit kann es so zu unbeabsichtigten Plagiaten und Copyright-Verletzungen kommen.

Energieverbrauch: Der Ressourcenbedarf insbesondere von großen KI-Tools ist sehr hoch, daher empfiehlt sich eine angemessene Nutzung.

Einigen dieser problematischen Punkte kann durch die Wahl der KI-Tools entgegengewirkt werden. Es empfiehlt sich, wenn immer möglich -Angebote zu nutzen, diese auf den eigenen Computer herunterzuladen und lokal statt online zu nutzen. Kleinere, spezialisierten Tools entsprechen den wissenschaftlichen und ethischen Standards häufig besser

Zur reflektierten Nutzung von KI im Geschichtsstudium empfiehlt sich der ausführliche Blogbeitrag:

König, Mareike: ChatGPT und Co. in den Geschichtswissenschaften – Grundlagen, Prompts und Praxisbeispiele, Digital Humanities am DHIP, 19.8.2024, <https://doi.org/10.58079/126eo>.

Eine hilfreiche Definition zu large language model (LLM) findet sich in der Encyclopedia Britannica:

McDonough, Michael: large language model, Encyclopedia Britannica, 18.6.2026, <https://www.britannica.com/topic/large-language-model>, Stand: 15.7.2026.

Anschaulich erklärt werden LLMs zudem in einem Video von Common Craft:

Common Craft Explainer Videos: Large Language models (LLMs) Explained, 2:34 min, YouTube, 25.8.2024. Online: <https://www.youtube.com/watch?v=sg_fuEzFw0g>, Stand: 15.7.2026.